Ja! Denn die Unterscheidung zwischen Strom aus fossilen Quellen wie Kohle, Gas und Atomkraft und regenerativen Quellen wie Wind und Sonne, gibt es zwar auf dem Strommarkt, aber physikalisch betrachtet im Stromnetz nicht. Der Strommarkt und das Stromnetz sind nämlich zwei ganz unterschiedliche Systeme. Im Stromnetz fließt Strom und es gelten die Gesetze der Physik. Auf dem Strommarkt fließt Geld und es gelten ökonomische Prinzipien. Im Stromnetz ist es wichtig, dass Strom dann da ist, wenn er gebraucht wird. Und wenn Sonne und Wind gerade keinen Strom produzieren, müssen z.B. fossil erzeugte Energieformen aushelfen. Auf dem Strommarkt können aber Strom und dessen Herkunftsnachweise (z.B. von erneuerbaren Energien) separat gehandelt werden. D.h. wenn Dein Stromanbieter Dir eine bestimmte Menge Strom verkauft und für dieselbe Menge Herkunftsnachweise aus erneuerbaren Energien kauft, dann kann er Dir rechnerisch Strom aus erneuerbaren Energien anbieten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Strom, dessen Herkunftsnachweise er gekauft hat, auch zu dem Zeitpunkt produziert wird, wann Du ihn verbrauchst. Sonst könnte ein nachhaltiger Stromanbieter, der überwiegend Wind und Solarstrom anbietet, Dir nachts bei Flaute keinen Strom liefern.